pctipp.ch zieht über den Mac her

Die Webseite/Das Magazin pctipp.ch zieht in der Meldung vom 08.05.09 über den Mac her.

Die gebrachten Argumente sind, wie meistens bei solchen Postings, entweder veraltet oder sehr schlecht recherchiert. Die Krone des ganzen ist, dass diese Argumente aus der Feder von Harry McCracken (ehem. Chefredakteur von PC-World) stammen sollen. Ich möchte mein Blog dazu nutzen, um den Beitrag auf pctipp.ch mal zu kommentieren.

1. Vielseitigkeit
Das Angebot an Windows-PCs, -Notebooks sowie -Netbooks ist unüberschaubar. Es gibt Windows-Rechner in allen (LCD- und Geräte-)Grössen, Gewichtsklassen und für die unterschiedlichsten Einsatzwecke. Da kann Apple mit seinen Macs nicht mithalten, derzeit gibt es gerade einmal neun Modelle.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

“überschaubar” – Adjektiv, Synonym für “übersichtlich” – Oberbegriff “geordnet” – Gegensätze “unübersichtlich” (Quelle) Ich persönlich möchte nicht Tage, Wochen, Monate damit zubringen für mich den richtigen Rechner auszuwählen. Ein kleines aber gutes Angebot an Hardware ist für mich persönlich wichtiger. Hier kommt der Apple-Vorteil ins Spiel. Die Hardware der Mac-Rechner ist darauf optimiert gut zusammen zu arbeiten. Beim PC kann es schon mal passieren, dass Hardware-Komponenten nicht optimal zusammen spielen und somit nicht deren volle Kapazität ausgeschöpft wird.

2. Preis
Wer einen Mac kauft, zahlt einen Image-Aufschlag. Zudem gibt es PCs für fast jedes Portemonnaie, das kann man bei Macs nicht behaupten, so richtig günstig bekommt man keine Maschine von Apple.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

Ich weiß nicht ob hier das Wort “Image-Aufschlag” noch so zeitgemäß ist. Man legt zwar für einen Mac noch immer mehr Geld hin, bekommt aber im Gegenzug doch ein wenig mehr Qualität bei Verarbeitung und Software.

3. Leistungsumfang
Einen Windows-PC können Sie nach Belieben um Software (insbesondere aus der riesigen Freeware- und Shareware-Szene) und weitere Hardware (von unzähligen Hardware- und Peripheriegeräte-Herstellern) ergänzen. Integrierte Speicherkartenleser, HDMI-Anschlüsse für HDTV-Geräte, Breitband-WLAN, TV-Karten und Blu-ray-Laufwerke sind bei Windows-PCs normal. Apple-Kunden kommen hingegen oft nur über Drittanbieter in den Genuss vieler dieser Features.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

4. Software-Auswahl
Wie bereits unter «Leistungsumfang» erwähnt, können Windows-Anwender aus einer unüberschaubaren Fülle von Programmen auswählen. Eine riesige Programmiererszene entwickelt ständig neue Programme für Windows, bei Mac OS gibt es für bestimmten Einsatzzwecke oft nur wenige Programme.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

Also ob der Autor dieser Argumente schon mal einen Blick in die “Free- und Shareware-Szene vom Mac geworfen hat? Ich vermute mal nicht. Als Kommentar zu der Software-Thematik reichen heute exakt zwei Links: http://www.macupdate.com und http://www.versiontracker.com

Wofür einen HDMI-Anschluss wenn ich doch 2 x DVI auf meinem MacPro habe? Für was brauche ich einen integrierten Speicherkartenleser wenn ich um 5 Euro oder weniger einen USB-Stick bekomme welcher alle meine Speicherkarten lesen kann. Zum Thema WLAN, in allen neuen Macs ist mittlerweile 802.11n verbaut. Die meisten sollten wissen was das ist.

Je öfter ich Punkt 3 und Punkt 4 lese, desto mehr denke ich mir, dass sich dieser Autor vielleicht Gedanken über einen Job-Wechsel machen sollte. TV-Karten werden auch bei normalen PCs von Dritt-Herstellern angeboten. Was ist da beim Mac jetzt anders? Ist der Drittanbieter anders, weil der Firmenname anders ist?

Blu-ray-Laufwerke sind noch ein Problem am Mac. Lassen sich aber mittlerweile nachrüsten.

5. Software- und Treiber-Updates
Neue Software und Treiber erscheinen in erster Linie für Windows, weil das der grösste Markt ist. Mac-OS-Anwender müssen sich oft länger gedulden, bis ein Programm auch für sie bereitsteht.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

Treiber? Warum soll man als Macuser auf Treiber warten? Ich hatte bis jetzt noch kein Gerät in meiner Mac Laufbahn für welches ich Treiber installieren musste. Es gibt Software die gibt es für Windows und meist gibt es in der Mac-Welt auch ein Pendant dazu, welches auch meist immer viel besser aussieht als die Windows-Variante :-)

6. Individualität
Nur wer sich seinen Rechner komplett selbst zusammenstellen kann, bekommt seinen eigenen individuellen PC. Das geht nur mit Windows-PCs, nicht aber mit Macs, die nun einmal nur von Apple zusammengestellt und bestückt werden.

[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

Es gibt auch beim Mac Individualität. Stichwort BTO beim Apple-Online-Store.

7. Spass & Multimedia
Die meisten Spiele erscheinen nun einmal für Windows, die Daddler unter Mac OS schauen meist in die Röhre. Ihr Markt ist einfach zu klein und lohnt sich oft nicht für Spielehersteller. Und Bildbearbeitung sowie Videoschnitt gehen auf dem PC ebenso leicht von der Hand wie auf dem Mac, auch wenn Designer immer noch auf ihren Mac schwören.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

Sehr geehrter Herr McCracken, viel Spaß auch weiterhin mit Windows Movie Maker und Paint. Ich hoffe du entdeckst niemals iLife :-)

Zur Thematik mit den Spielen, immer mehr Spiele erscheinen zeitgleich für Mac und PC. Wie gut es funktionieren kann hat Blizzard allen vorgemacht.

8. Interneteinsatz
Auch wenn es nicht so sein sollte und ein Zeichen für unprofessionelles Webdesign beziehungsweise Webprogrammierung ist: Hin und wieder stösst man auf Seiten, die im Firefox und in Safari nicht so wirklich perfekt angezeigt werden. Das liegt natürlich nicht am Browser, sondern am Quellcode der Website. Das ist aber im konkreten Fall kein Trost. Da ist es hilfreich, wenn für alle Fälle doch noch der Internet Explorer zur Verfügung steht. Und den gibt es unter Windows.
[From Acht Gründe gegen einen Mac - PCtipp.ch - News]

Diesen Absatz nehm ich als Webdeveloper jetzt aber persönlich. Vielleicht wäre eine tiefgreifende Recherche über diese Thematik doch hilfreich gewesen, denn solche Aussagen über Browserkompatibilität sind schlicht und einfach falsch. Der Internet Explorer ist das Problemkind der Webdesigner und Webdeveloper.

Ich glaube ein Fazit zu diesem Posting auf pctipp.ch kann ich mir an dieser Stelle ersparen. Ich hoffe nur, dass dieser Artikel nicht die Gesamtheit der Webseite und des Magazins widerspiegelt. Sollte dem doch so sein dann kann ich keinem empfehlen sich dieses Magazin zu kaufen oder auch nur einen Klick auf dieser Webseite zu verschwenden. Auch wenn diese Argumente aus der Feder eines anderen Stammen sollte man doch darauf achten was auf der Webseite eines Magazins landet.

3 Kommentare

18.05.2009

Auf Grund dieses Beitrages sollten wir die diplomatischen Beziehungen zur Schweiz abbrechen.

Sollten sich die Ritter aus der Schweiz nicht von diesem Beitrag distanzieren, sollten wir sie in der Gilde isolieren.

Die Schweiz sollten wir weiterhin aus Europa verbannen und für zu Asien gehörend erklären.
Die Schweiz bekommt ein Macverbot und wird zukünftig nur noch mit Hardware von Fisherprice ausgestattet.

18.05.2009

Also, ich kam aus dem Lachanfall nicht mehr raus. Herrlich, wie strunzdumm doch so manches “Fachmagazin” daherkommt. Ich halte es da mit dem Zitat eines deutschen Kabarettisten: “Wer keine Ahnung hat – einfach mal die Fresse halten !”
Vielleicht ist das aber auch eine herrliche Persiflage auf den PC-Kult ? Wer weiss ?

18.05.2009

PcTipp ist eher ein Magazin für Laien und “Anfänger”. Mit teilweise haarsträubenden “Geheimtipps” zu Sicherheit. Die Redaktoren sind meines Wissens nicht IT-Fachleute.
In regelmässigen Abständen publizieren die Artikel betitelt “Gründe gegen Mac”, “Gründe gegen Linux” usw.
Zur (Un-)Sachlichkeit des Artikels bin ich mit Daniel absolut gleicher Meinung.
Dass Daniel seinen Kommentar hier veröffentlicht, und nicht im Forum von PcTipp, wo dies über die Kommentarfunktion auch möglich wäre, spricht Bände über fehlenden Geist + Kultur des Forums dort.
Wer die Threads dort zum Thema anschaut, kann das Niveau selber beurteilen.
Spiele und Multimedia wurden schon Anfangs der neunziger Jahre hybrid (also sowohl auf Mac als auch auf Windows ausführbar) verkauft. Das Argument zieht also genausowenig wie deren Info betreffend Treiber.

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